Stock-to-Flow Modell für Anfänger: Warum Toilettenpapier kein Geld ist

Hier wird das Stock-to-Flow-Modell in einfachen Worten erklärt.
Stock-to-Flow (SF) ist definiert als das Verhältnis zwischen der Produktion eines Gutes und seinem aktuell verfügbaren Bestand.

Gold hat eine Jahresproduktion von 3.000 Tonnen und einen Bestand von 185.000 Tonnen:
Stock/Flow
SF = 185.000 / 3.000 = 61,67
Für die Herstellung des derzeitigen Goldvorrats sind somit fast 62 Jahre Produktion erforderlich.

Jetzt weiß man, wie man den SF-Anteil berechnet, aber was bedeutet diese Zahl überhaupt? Sie zeigt, ob ein Gut wirklich knapp ist. Je höher der SF-Wert, desto knapper ist das Gut und desto besser sind seine Eigenschaften, als Geld zu dienen.

Toilettenpapier ist auch knapp, warum also nicht als Geld benutzen?

In der gegenwärtigen Pandemiesituation könnte Toilettenpapier aufgrund seiner nahezu perfekten Eigenschaften als Geld verwendet werden. Es ist knapp, leicht teilbar und nicht verderblich. Toilettenpapier ist zu einem internationalen Meme geworden. Menschen horten es weltweit. In Australien haben wir einen Catfight in einem Supermarkt miterlebt.
In Deutschland wird sogar in Autos und Häuser eingebrochen, um es zu holen.

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Das einzige Problem bei Toilettenpapier ist, dass es im Gegensatz zu Gold nicht viel Zeit und Mühe kostet, es herzustellen. Toilettenpapier wird nahezu wertlos, sobald die Hersteller den Markt mit Toilettenpapier überschwemmen. Leider gilt dies auch für Euro und Dollar, die von den (Zentral-)Banken per Knopfdruck sogar noch schneller produziert werden können.

Bitcoin

Im Januar 2009 wurde eine neue Form des Geldes geboren. Es ist reine Information, bestehend aus Nullen und Einsen. Unter anderem ist im Protokoll programmiert, dass die Stock-to-Flow ratio für die nächsten 120 Jahre wachsen wird.

Autor: Yaya Camara

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